DIE KULTIVIERUNG DES MASTIX

„KENDOS“ DES MASTIXBAUMS
mastiha sxinos

DER MASTIXSTRAUCH

Der Mastixstrauch oder auch Schinos genannt (Pistacia Lentiscus var. Chia) ist ein immergrüner 2-3 Meter großer Strauch. Er braucht nach seiner Anpflanzung 5 Jahre um die ersten Mastix-Tränen zu produzieren und 40-50 Jahre bis er seine endgültige Form annimmt. Die neuen Plantagen werden mit Hilfe von Ästen älterer Bäume (Ableger) angepflanzt und die bestehenden werden mit Schösslingen oder Einlegern erneuert.

Der Baum und seine Gattung werden auch in anderen Mittelmeerländern angetroffen. Obwohl der Grund nicht belegt werden kann, schenkt er ausschließlich der Insel Chios seinen edlen Mastix.

DER ANBAU

Das Verfahren beginnt im Januar mit dem Beschneiden und der Pflege des Mastixstrauchs und dauert bis Juni. Dann wird der Boden gesäubert und mit weißem Lehm bedeckt, so dass der Mastix gesammelt wird, wenn er auf den Boden fällt. Im Juli beginnt der “Kendos“ des Mastixstrauchs. Die Mastixproduzenten machen mit Hilfe eines scharfen Werkszeugs Einschnitte in den Stamm und die Äste des Baums, damit die Tränen ausfließen können. Die vom Stamm geronnenen Tränen werden nach 15-20 Tagen gesammelt. Dieses Verfahren dauert insgesamt 75 Tage an.

Im September beginnt in den Häusern der Produzenten die Säuberung des Mastix. Der Mastix wird gesiebt, ausgelesen und mit frischem Wasser gewaschen. Das Verfahren wird in den Einrichtungen der Union von Mastixproduzenten mit Hilfe mechanischer Mittel abgeschlossen. Schließlich wird der Mastix mit Hilfe von Farbsortieren in verschiedene Qualitäten sortiert.

Der Mastix erscheint an den eingeschnittenen Stellen als Träne und fließt tropfenförmig auf den Boden. Seine Form ist kristallin und sein Anfangsgeschmack eher bitter. Die Bitterkeit verschwindet aber schnell und es verbleibt ein besonderes und einzigartiges Aroma.

DIE TRADITION

Die Kultivierung und die Säuberung des Mastix sind Verfahren, die im Laufe der Jahrhunderte vollkommen unverändert geblieben sind. Von Anfang bis Ende wird alles in fast primitiver Weise mit Handarbeit der Produzenten und ohne Einsatz von Chemikalien durchgeführt.

Die unveränderten mittelalterlichen Mastix-Dörfer, die Kultivierungs- und Säuberungsmittel der Produzenten und die Natur von Chios bieten ein wertvolles und einzigartiges Produkt, das nirgendwo anders auf der Welt produziert werden kann.

Seit 1997 verfügt der Chios-Mastix über eine in der EU eingetragene, geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.).

Weiter Informationen unter http://gummastic.gr/el/mastixa-chiou/paradosiaki-kalliergia 

Wenn der Mastix konstant fließt, ist die Träne groß und relativ weich, während ein nicht konstanter Fluss kleine Tränen größerer Härte abgibt.